-Wie eine Aperger-Autistin die Welt sieht

Erst mit 27 Jahren wurde bei Christine Preißmann das Asperger-Syndrom erkannt, das den Umgang mit anderen Menschen und unbekannten Situationen schwer macht. Sie hat gelernt, ihre Ängste zu besiegen, und ist heute Patientin und Ärztin zugleich.

 Sie behandelt täglich Patienten – und weiß nicht so recht, wie man neue Kleidung kauft. Sie schreibt Ratgeber und fährt als Vortragsreisende durch ganz Deutschland – und braucht mehrere Anläufe, um ein Schwimmbad zu besuchen. Dr. Christine Preißmann ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie – und Asperger-Autistin. Mit Hilfe einer Psychotherapie hat die 41-Jährige viele Barrieren, die Aperger-Syndrom setzt, überwunden. Mit ihren Büchern und Vorträgen macht sie nachvollziehbar, wie ein Asperger-Patient die Welt sieht und erlebt.

 

Alltägliche Handlungen sind für Menschen mit Asperger-Syndrom ein Problem, auch wenn sie nicht selten überdurchschnittlich begabt sind. Oft sind sie motorisch ungeschickt. Das soziale Miteinander ist für sie ein Rätsel, ihnen fällt es schwer, Gedanken und Gefühle anderer Menschen zu erkennen und die eigenen zu formulieren. Christine Preißmann möchte Eltern und vor allem Lehrer, Ärzte, Erzieher für das Krankheitsbild sensibilisieren und praktische Tipps für den Umgang mit autistischen Menschen geben.

 

Der Lehrer las ihre Aufsätze als abschreckendes Beispiel vor

„Die Schulzeit war für mich schrecklich“, erzählt die Medizinerin mit der sympathischen Stimme. Mit ihren Klassenkameraden konnte sie nicht viel anfangen. In der Pause stand sie allein auf dem Schulhof oder ging in die Toilette, um nicht aufzufallen. Sie fehlte häufig, wegen ungeklärter Kniebeschwerden durfte sie Ausflüge und Klassenreisen schwänzen. Der Deutschlehrer hielt sie schlicht für faul. „Er hat manchmal als abschreckendes Beispiel meine Aufsätze vorgelesen.“ Texte zu verstehen fällt Betroffenen mit Asperger-Syndrom schwer, weil sie stärker Details wahrnehmen und Zusammenhänge und Bezüge nur unzureichend erkennen.

Vom Asperger-Syndrom sind bis zu ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Es ist die leichteste Form des Autismus, der in seiner extremsten Ausprägung zur geistigen Behinderung führt. Da bei Asperger die Übergänge zur Normalität fließend sind, erhalten viele die Diagnose erst im jungen Erwachsenenalter. Einige haben da bereits eine quälende Zeit hinter sich, in der ihr „Anderssein“ ihnen unerklärlich war.

 

Dies war ein kurzer Auszug aus dem Originalartikel. Den ganzen Text/Artikel finden Sie hier:

http://www.onmeda.de/g-psychologie/asperger-syndrom-439.html

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