Hypersensitivität –> schnelle Ermüdung durch Reizüberflutung

 

Wie beschreibt man die autistische Wahrnehmung im Vergleich zur nicht-autistischen?

Menschen mit einer hohen Sensibilität (wie sie Autisten kennen) nehmen Reize aus ihrer Umgebung intensiver bzw. ausgeprägter wahr und leiden somit schneller unter der sogenannten Reizüberflutung. Betroffene verarbeiten vermutlich Reize im Gehirn anders als durchschnittlich sensible Menschen. (Reize = Sehen, Hören, Fühlen, Riechen. Vor allem Geräusche und Lärm setzen viele Autisten am extremsten unter Stress)

Es sind Reize die auf unsere Sinne treffen und zum Gehirn weitergeleitet werden. Betrachtet man die Summe an Reizen die ständig auf uns einprasseln, so wird man von deren Masse förmlich erschlagen.

Damit unser Gehirn nicht von Reizen überlaufen und damit auch überlastet wird, findet zwischen Reizaufnahme und Reizverarbeitung eine Filterung statt. Wir müssen also nicht alle Reize bewusst verarbeiten, unbewusst sortieren wir vorab sehr viel aus. Ein Mechanismus der Evolution um unser Gehirn zu schützen und das Überleben der Menschheit zu garantieren.

 

 

„Wenn mehrere Menschen gleichzeitig reden, geht die Belastung ins Unerträgliche“

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Der Filtermechanismus der dafür sorgt, dass unbewusst Reize ausgefiltert werden funktioniert bei autistischen Menschen nicht richtig bzw. gar nicht. Dies führt dann dazu, dass wesentlich mehr Umweltreize auf einen Menschen mit Autismus einprasseln als auf einen nichtautistischen.

Diese Flut an Reizen muss nun verarbeitet werden, das Gehirn wird ausserordentlich belastet. Wenn man nun bedenkt, dass die Wahrnehmung ständig funktioniert und kein kurzzeitiger Vorgang ist, wird einem klar, das Autisten oftmals ständig unter Strom stehen.

 

 

Wie fühlt sich ein sensorischer Overload für eine autistische Person an?

 

 

Autisten nehmen alle Reize viel stärker wahr

ich höre sehe stärker_ich bin autistDies führt dann zu dem Phänomen das unter Autisten als Overload bekannt ist. Der betroffene Autist ist extrem überlastet. Wie sich ein Overload bei einem Autisten äussert ist recht unterschiedlich. Manche versuchen dagegen anzugehen und die Ursache, die Reizüberflutung, abzustellen bzw. dieser aus dem Weg zu gehen. Wenn also ein Autist, für Aussenstehende oftmals ohne Grund, darum bittet gehen zu dürfen oder einen Raum bzw. eine Situation zu verlassen: Bitte denken Sie an diesen Text zurück!

Was passiert bei einer Reizüberflutung, wenn nichts dagegen unternommen werden kann? Reizüberflutung  –> Overlaod –> Meltdown –> Shutdown

Wie ein Asperger seinen Overload beschreibt: Hier gehts zu seinem Blogeintrag.

 

 

Autismus: Veränderte Wahrnehmung

Es können alle Sinne betroffen sein: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken, die Körperwahrnehmung wie auch der Gleichgewichtssinn. Die Beeinträchtigung kann sich in Form einer Unterempfindlichkeit oder einer Überempfindlichkeit zeigen. Sie kann sich sowohl auf die Qualität der Reize beziehen als auch auf deren Intensität oder die Menge der gleichzeitig vorhandenen Reize. Sie kann Schwankungen unterliegen, so dass Über- oder Unterempfindlichkeit phasenweise auftreten können.

 

 

 

Hochsensible brauchen mehr Freiräume

Eine sensorische Überempfindlichkeit kann zu Stress und extremen Vermeidungsverhalten führen, eine zu geringe Wahrnehmung von Reizen dagegen zum gezielten Aufsuchen von Reizen oder aber zum Fehlen irgendeiner Reaktion. Dies kann eventuell zur Selbstgefährdung führen, wenn gefährliche Reize nicht vermieden werden.

 

 

Hochsensible Menschen, Sendung des WDR

 

 

Etwa so fühlt es sich an, wenn zu viele Reize auf Autisten einprasseln und sie sich auf ein Gespräch zu konzentrieren versuchen