– Auch NTs haben das Problem, anderen in die Augen zu schauen

 

Dem Blick anderer nicht standhalten zu können, hat nicht immer etwas mit Schüchternheit zu tun. Oft liegt es auch daran, dass das Gehirn überlastet ist. Im Gespräch mit anderen gilt es als höflich, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Doch so einfach, wie man meint, ist das nicht. Das berichten japanische Forscher im Fachjournal «Cognition».

Der Grund finde sich im Gehirn. Dieses sei demnach teilweise nicht in der Lage, Augenkontakt und Wortverarbeitung zu kombinieren.

 

Zwei Tests, zwei Ergebnisse

Für die Studie baten Shogo Kajimura und Michio Nomura 28 Probanden zum Test an den Computer. Deren Aufgabe war es zunächst, Wortverknüpfungen für unterschiedlich schwere Worte zu finden – eine Übung, die den Teilnehmern keine Schwierigkeit bereitete.

Anders sah das Ergebnis in der zweiten Testrunde aus. In dieser waren die Probanden aufgefordert, zusätzlich Augenkontakt mit einem am Computer gezeigten Gesicht zu halten: Wörter, mit denen Sie viele Assoziationen verbinden, konnten die Teilnehmer leichter mit anderen Begriffen verknüpfen. Sobald das Wort aber nur wenige Assoziationen bot, schweiften die Probanden mit dem Blick ab.

 

Knoten im Gehirn

«Obwohl es so wirkt, als hätten Augenkontakt und Wortverarbeitung nichts miteinander zu tun, haben Menschen doch Schwierigkeiten, dem Gesprächspartner beim Reden in die Augen zu schauen», schlussfolgern die Forscher.

Kajimura und Nomura vermuten nun, dass die beiden Aktionen die gleichen Ressourcen im Gehirn in Anspruch nehmen und es so überlasten. Sie räumen allerdings ein, dass die Gruppe der Teilnehmer recht klein war. Deshalb sind nun weitere Studien geplant.

Hier geht es zum ganzen Artikel: http://www.20min.ch/wissen/news/story/22896153

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