Savants wie „Rain Man“

 

rain man

Was für ein Autist war Rain Man?

Rain Man war das Kinodrama von 1988, in dem Dustin Hoffman den autistischen Raymond spielt, der von seinem Bruder Charlie (Tom Cruise) aus einer Klinik auf eine lange Reise durch die USA mitgenommen wird. Rain Man hat das Savant-Syndrom.

Trailer unter: Links.

Vorlage des Rain Man war Kim Peek, ein Gedächtnisgigant, der den Inhalt von 12’000 Büchern parat hat. Er liest zwei Seiten gleichzeitig, er scannt mit dem linken Auge die eine und mit dem rechten Auge die andere Seite eines Buches. So benötigt er nur 8 Sekunden, um den so gelesenen Inhalt zu speichern. Ebenso hat er Jahreszahlen, Melodien, den Kalender, alle Telefonvorwahlen der USA, Strassennetze aller Staaten und das komplette Fernsehprogramm im Gedächtnis. Video mit Kim Peek unter: Videos

 

Das Savant Syndrom: Autistische Genies

Das Savant-Syndrom wird auch Inselbegabung genannt: Schon als Kinder haben die meist autistischen Menschen geniale Fähigkeiten in einem Spezialgebiet. Sie rechnen schneller als jeder Computer, können Tausende von Büchern auswendig oder zeichnen Luftbilder von Weltstädten aus dem Gedächtnis. Neurologen nennen sie „Savants“ – Wissende. Häufig geht diese Begabung mit Autismus einher. Weltweit gibt es nur ungefähr 100 Savants.

 

Grosse Genies

kim peekKim Peek, USA, Mega-Savant: Mit 16 Monaten brachte er sich das Lesen bei, mit vier Jahren kannte er vier Bände eines Lexikons auswendig. Kim Peek kann nichts vergessen. Er hat 12.000 Bücher in seinem Gedächtnis gespeichert – Wort für Wort. Er beherrscht den Kalender der vergangenen 2.000 Jahre, kennt jede Verkehrsverbindung in den USA und kann jede Melodie wiedergeben, die er einmal gehört hat. Kim gilt als der einzige Mega-Savant der Welt, weil er mehr als nur eine Super-Gabe hat.

 

 

 

Daniel-TammetDaniel Paul Tammet, ist ein britischer „Savant“. Er hat die Gabe, mathematische Probleme und Rechnungen ausserordentlich schnell zu lösen und die Ergebnisse auf bis zu hundert Nachkommastellen wiederzugeben. Ausserdem hat er in einem Test bewiesen, dass er eine ihm bis dahin unvertraute Sprache – Isländisch – innerhalb einer Woche erlernen konnte. Beim internationalen Pi-Treffen 2004 stellte er einen neuen Europarekord auf, als er innerhalb von fünf Stunden bei einem Gedächtniswettbewerb 22.514 Nachkommastellen der Kreiszahl Pi referierte.

 

 

Rüdiger Gamm, Deutschland, Mathe-GenieRüdiger Gamm, Deutschland, Mathe-Genie: Als Kind liebte er Zahlen und Daten. Doch erst mit 20 entdeckte Rüdiger Gamm zufällig seine enormen Fähigkeiten im Kopfrechnen. Seitdem trainiert er täglich. Heute hat sein Gehirn die Ergebnisse von 200.000 mathematischen Zwischenschritten abgespeichert. Kombiniert mit einer Geschwindigkeit von 30 Rechenschritten pro Sekunde ermöglicht ihm das, 30er-Potenzen in Sekunden zu berechnen – so schnell und präzise wie zwei Festplatten.

 

 

 

File_TempleGrandinTemple Grandin, USA, Tierflüsterin: Als Kind kann die Autistin Berührungen nicht ertragen. Englisch lernt sie erst als Erwachsene – wie eine Fremdsprache. Temple Grandins Welt besteht aus Bildern, nicht aus Worten oder Symbolen. Sie hat die Gabe, sich in die Wahrnehmung von Tieren einzufühlen wie niemand sonst. Heute hält sie Vorträge und designt Viehzuchtanlagen, in denen Tiere keine Angst haben. Menschliche Nähe und Liebe sind ihr fremd geblieben.

 

 

 

Matt Savage, USA, Klavier-GenieMatt Savage, USA, Klavier-Genie: Jede Art von Lärm verwirrt ihn – auch Musik. Matt ist Autist und braucht Ruhe wie die Luft zum Atmen. Doch als er 6 Jahre alt ist, passiert ein Wunder. Über Nacht erwacht sein musikalisches Genie. Er setzt sich ans Klavier und spielt Schubert. Mit sieben wechselt er zum Jazz. Er komponiert, improvisiert und hat mit Jazzgrößen wie Chick Corea gespielt. Matt gilt als Jahrhunderttalent.

 

 

 

stephen-wiltshireStephen Wiltshire, England, Savant-Künstler: Mit zwei Jahren sprach Stephen seine ersten Worte: „Stift, Papier“. Seitdem zeichnet er Gebäude, Strassen, ganze Städte. In einem Experiment wird Stephen 45 Minuten über Paris geflogen. Dann hat er 3 Tage, um die Stadt aus dem Gedächtnis auf eine fünf Meter breite Fläche zu zeichnen. Stephen malt exakt die Strassenverläufe, alle Gebäude detailliert und massstabsgetreu – so präzise wie ein Luftbild. Diese Fähigkeit brachte ihm den Spitznamen „Die lebende Kamera“ ein.